Schloss & Park
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Historie
Das rekonstruierte und leuchtend weiße Wasserschloss, das im 13. Jahrhundert nahe einer alten slawischen Burganlage errichtet worden war, verbreitet noch heute den Odem des Altadeligen. Die Geschichte des Hauses ist alt und die vielen, im Laufe der Jahrhunderte hier lebenden Adelsgeschlechter, haben durch Um- und Ausbauten das Aussehen des Schlosses immer wieder verändert.
Die beiden mächtigen Rundtürme an den gartenseitigen Ecken sowie der quadratische Torturm einschließlich des Giebels mit Elementen aus Gotik und Renaissance prägen heute das Bild.
Die ursprüngliche Burg wurde 1301 erstmals urkundlich erwähnt. Aus der früheren Geschichte ist bekannt, dass sie 1288 mit der Lausitz von Dietrich oder Dietzmann, dem Bruder des Markgrafen Friedrich mit der gebissenen Wange, an den Erzbischof Burchard von Magdeburg verkauft wurde.
Seit 1389 saßen die von Minkwitz auf Drehna. 1489 wird Cristoff von Maltitz, aus Meißener Uradel stammend, aufgeführt. Hans von Minckwitz ist 1516 zu Sonnewalde gestorben. Einer seiner 3 Söhne, Caspar von Minckwitz, wird 1521 bei einer Verpfändung erwähnt. Das Schloss mit der ehemaligen Zugbrücke, die den Schlossbereich mit dem Schlossvorplatz (heute der Lindenplatz) verband, bestand zu dieser Zeit nur aus dem Ostflügel. Über dem Eingang befand sich der annähernd quadratische Wehrturm, der heute einen (nicht mehr sichtbaren Fachwerk-) Aufsatz trägt, in welchem sich die Turmuhr befindet. Caspar III erweiterte das Schloss und zu dieser Zeit entstanden die beiden runden Verteidigungstürme, der Nord- und der Westflügeldes Schlosses. Die Schlosskapelle stand noch separat – ohne bauliche Verbindung zur Schlossanlage. Aber es muss um 1570 gewesen sein, dass mit dem Bau des Südflügels und der Einbeziehung der Schlosskapelle das Ensemble zu einem vierflügeligen Wasserschloss wurde. 1570 belehnte der oberste Landesherr der elf mittelalterlichen Standesherrschaften der Niederlausitz, der König von Böhmen, die Brüder Caspar III, Hans Heinrich und Lothar von Minkwitz.
Im Deißigjährigen Krieg verkaufte Hans Friedrich von Minkwitz seine Güter. Schloss und Herrschaft von Drehna wurden verwüstet. Von 1654 übernahm Loth Gotthardt von Minkwitz bis zu seinem Tod 1678 den gesamten Besitz.
Der letzte Besitzer aus dem Lausitzer Familienzweig war unmittelbar danach Caspar Ehrenteich von Minkwitz. Dieser soll viel erneuert und gebaut haben.
1697 verkaufte er die Herrschaft an Balthasar Erdmann, Graf von Prommnitz (1659 – 1703), Standesherr auf Pleß, Triebel und Sorrau. Nach seinem Tod beerbte ihn sein Sohn Graf Friedrich zu Halbau und besaß Drehna bis 1712. Danach trat seine Mutter Emilie Agnes Gräfin von Reuß die Erbschaft an und baute Schloss Drehna aus. Sie kultivierte auch den Weinbau und betrieb eine Ziegelei. Mit ihrem Tod 1729 fiel der Besitz an ihren Enkel Graf Balthasar Friedrich (1711 – 1744). Nach einer reichen Heirat mit Anna Sophia Christina verwitwete Gräfin von Mahlzahn widmete er sich dem Ausbau des westlichen Flügels. Auf ihn geht damit die Vollendung des Schlosses zu seiner jetzigen Gestalt zurück.
Das Prommnitzsche Geschlecht erlosch allerdings bald und die Herrschaft ging zunächst an den Grafen Reuß. Der verkaufte sie 1793 anden Graf Moritz Ludwig Ernst zu Lynar aus dem Hause Lübbenau. Dieser wurde damit Stifter einer zweiten Linie dieses Hauses italienischer Herkunft (Schloss Linari bei Florenz).
Graf Moritz Ludwig Ernst zu Lynar, Gutsherr und Kammerjunker in diplomatischen Missionen, wurde von Kaiser Franz I. als Dank für Vermittlungsdienste 1807 in den österreichischen, später preußischen Fürstenstand erhoben. Seit dieser Zeit darf sich auch Drehna „Fürtsllich“ nennen. In keinem anderen deutschen Ort kam man je auf die Idee, dem Ortsnamen ein so prächtiges Zierwort wie dieses Attribut voranzustellen. Der Fürst intensivierte die Wirtschaftsbetrieb, vor allen Dingen die Schlossbraurei. Ihr markanter, neugotischer Rundturm soll übrigens auf einen Entwurf Schinkels zurückgehen. Die Frau Lynars war, besonders nach seinem Tod 1807, sehr mit der Verschönerung zu einem standesgemäßen Landsitz beschäftigt. Sie ließ u. a. die Dorfstraßen mit Kastanien säumen, legte zwischen Schloss und Teich einen Lustgarten an, ließ eine Eisgrube anlegen und Gondeln anschaffen. Nach ihrem Tod trat Otto Wanderup Heinrich zu Lynar (1793 – 1860) das Erbe an und beauftragte 1819 PeterJoseph Lenne mit dem Umbau des Gartens und der Gestaltung eines großzügigen Landschaftsparks mit Waldsee. 1860 erbte seine verwitwete SchwiegertochterAmalie Rosalie von Gollmitz die gesamte Herrschaft. Ihr zweiter Ehemann Freiherr Ernst von Eckardstein verkaufte schließlich 1877 wegen hoher Schulden die Herrschaft an den Bremer Reeder Christian Heinrich Wätjen. Kaiser Friedrich III. lies dessen Sohn Carl 1888 adeln. 1895 bis 1902 wurde ein Parkteil östlich des Schlossgrabenfließes angelegt. Carl formte den Besitz in ein Jagdgut mit festen Wegen und in den Forsten gelegenen Jagdhütten. Er forstete das Ackerland auf und verhinderte sogar den Bau der Eisenbahnlinie Finsterwalde - Luckau über Drehna um dieses zu schützen.
Der mittlerweile auf 130 Morgen vergrößerte Park gewann durch die Weiterentwicklung in Lennes Sinne einen bedeutenden Ruf. 1905 bis 1907 wurde die Schlosswiese in das Parkareal integriert und ab 1917 auf dem feuchteren Boden nördlich des Koniferenbezirkes eine Laubholzbepflanzung mit vor allem einheimischen Gehölzen vorgenommen. Der Tod Wätjens 1928 verhinderte die weitere Vollendung, der Park wurde hier durch eine Mauer abgeschlossen und hatte eine Größe von immerhin 52 ha erreicht. Carl Wätjen wurde in seinem Park beerdigt. Das Patronat erhielt seine Wittwe, eine geborene von Löbenstein, die älteste Tochter des Rittergutbesitzers von Sallgast. 1929 heiratete sie den Rittmeister Herrn Wallenberg-Pachaly auf Illwisch (Bezirk Breslau) und zog mit ihm dorthin. Im April 1945 wurde Wallenberg-Pachaly mit seinem Kutscher in der Nähe von Hohenbuckow irrtümlich erschossen und im Wald begraben.
Erst im November 1945 brachte man die Leichname nach Fürstlich Drehna, wo sie im Friedhof beigesetzt wurden. 1994 veranlaßte der Erbe der Herrschaft Fürstlich Drehna die Umbettung des Herrn von Wallenberg-Pachaly in das Erdbegräbnis im Park. Die Witwe flüchtete im Mai 1945 auf das Rittergut Halchter zu dem Neffen des Bremer Reeders, wo sie bis 1953 lebte.
Der gesamte Gutsbesitz wurde nach 1945 Volkseigentum. In den ersten Monaten nach Kriegsende erhielten Umsiedler hier eine Unterkunft.
Der 1948 erteilte Befehl zum Abriss wurde nur mitder Einrichtung eines Arbeiter-Erholungsheim durch die brandenburgische Landesregierung verhindert. Bis zu diesen Zeitpunkt waren alle Kostbarkeiten und sämtliches Inventar aus dem Schloss entwendet. Nur drei Möbelstücke befinden sich heute im Museum der Stadt Dahme. Mitte der 50er Jahre zog die Parteischule des Handels ein, Anfang der 60er dann eine Forstschule und von 1972 bis 1986 wurde es als Heim für schwer erziehbare Jungen (Jugendwerkhof) genutzt. Von 1986 - 1989 stand das Schloss leer. Nur eine kurze Zeit von 1989 - März 1990 war die ehemalige Gebäudewirtschaft Luckau eingezogen. Mit der politischen Wende in der DDR kam auch die Auflösung der Wohnungswirtschaftsbetriebe. Um das Schloss vor größeren Spekulationen zu bewahren sowie das durch die Bodenreform in verschiedenste Eigentumsformen zersplitterte Schlossensemble wieder zusammenzuführen, beantragte die Gemeinde Fürstlich Drehna die Übertragung aller Gebäude in kommunales Eigentum. 1993 übernahm die Brandenburgische Schlösser GmbH (BSG) das gesamte Areal. Bis zum Jahr 2007 dauerten die Sicherung, die denkmalgerechte Sanierung und der Umbaudes Schlosses.
Die Katastrophe für den Park kam im Jahr 1982: 22 Hektar Parkfläche gingen für den Braunkohlentagebau verloren, dabei wurde der Ziegelteich vollständig beseitigt und der Park durch eine bis zu 8 m hohe Dammaufschüttung nach Nordwesten vom Tagebaugebiet abgetrennt. Durch die Lehmschichten im Boden fiel die Schädigung des Altbaumbestandes infolge der Grundwasserabsenkung allerdings geringer aus als bei anderen Anlagen. Nach 1990 wurde der Park durch den Cottbuser Landschaftsarchitekten Helmut Rippl beispielgebend neu überplant; mit dem Engagement des örtlichen Heimatvereins und der regionalen Bergbauunternehmen gelang die Wiederherstellung, wobei der erhaltene historische Teil durch eine geschickte Einbindung und Bepflanzung des Dammes ergänzt und wieder erweitert worden ist.